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03.04.2007: Interview mit Gabi Lucka

Bewegungskindergarten

Das sportalis-Team freut sich, euch die Leiterin des Bewegungskindergarten des TuB Bocholt Gabi Lucka vorzustellen. Als Expertin für das Diskussionsforum Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche erzählt sie im Interview über ihre bewegte Arbeit im Kindergarten.

Wann sind Sie zum Bewegungskindergarten in Bocholt gekommen?

Ich arbeite seit dem 01.08.1999 im Bewegungskindergarten. Einen Monat später, am 09.09.1999 haben wir vom LandesSportBund das Gütesiegel  als anerkannter Bewegungskindergarten verliehen bekommen.

Wo haben Sie früher gearbeitet?

Vorher habe ich im Fifikus Kindergarten in Altenberge als stellvertretende Leitung gearbeitet. Er nannte sich zwar nicht Bewegungskindergarten, sein Schwerpunkt lag aber auch auf der Bewegung. Die leitende Person hatte eine Ausbildung in Psychomotorik und erkannte wie wichtig Bewegung für die Kinder ist.
Danach leitete ich noch einen Kindergarten, ebenfalls in Altenberge, aber ohne diesen Bewegungsschwerpunkt.

Was sind die großten Unterschiede im Gegensatz zu "normalen Kindergärten"?

Da Kindergärten wenig Vorgaben haben, unterscheiden sie sich sehr voneinander. Man kann also nicht von Bewegungskindergärten und "normalen" Kindergärten sprechen.

Es werden in den Kindergärten unteschiedliche Schwerpunkte gesetzt. In einem Bewegungskindergarten steht natürlich die Bewegung im Vordergrund.
Optimalerweise sind die Rahmenbedingungen so, dass Bewegung in der Turnhalle, im Gruppenraum oder draußen ermöglicht wird.

Dabei geht es nicht darum, die Kinder nur "Rumtoben" zu lassen, sondern ihnen vielfältige Bewegungserfahrungen zu ermöglichen.
Das kann natürlich in anderen Kindergärten ebenso gegeben sein - muß jedoch nicht.

Welchen Qualitätsanspruch müssen Mitarbeiter, die in einem Bewegungskindergarten arbeiten wollen erfüllen?

Mitarbeiter, die in einem Bewegungskindergarten arbeiten möchten, müssen sich mit dem Schwerpunkt der Einrichtung identifizieren. So gibt es keine Diskussionen darüber, ob Bewegung sinnvoll ist und angeboten werden soll. Bei uns ist das garantiert. Fortbildungen in diesem Bereich machen uns das immer wieder klar und halten uns auf dem Laufenden.

Der LandesSportBund vergibt ein Zertifikat für Bewegungskindergärten.
Es darf sich also nicht jeder X-beliebige Kindergarten so nennen. Wie
sehen die Kriterien aus, die man erfüllen muss um sich
Bewegungskindergarten nennen zu dürfen?

Als Bewegungskindergarten müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

- Mindestens ein Mitarbeiter aus jeder Gruppe muß eine Zusatzausbildung in
Bewegungserziehung im Kleinkindalter haben, die auch regelmäßig aufgefrischt
werden muss.

- Es müssen regelmäßig, täglich angeleitete und freie Bewegungsangebote
gemacht werden.

- Es müssen regelmäßig Elternabende zum Thema stattfinden.

- Der Träger muss ein Sportverein sein oder der Kindergarten
benötigt einen Kooperationspartner aus dem Sportbereich (Sportverein oder
ähnliches).

Sie vermitteln den Kindern mit Ihrem Team, dass Bewegung wichtig ist.Treiben Sie selber Sport?

Leider habe ich wenig Zeit, da ich den ganzen Tag arbeite und noch einen kleinen Sohn habe. Wir gehen aber regelmäßig schwimmen und wenn es die Zeit erlaubt, gehe ich gerne Inline-Skaten. Zur Arbeit fahre ich jeden Tag mit dem Fahrrad, auch wenn es nur wenige Minuten sind.

Insgesamt gibt es drei Gruppen in Ihrem Bewegungskindergarten. Werden
mehr Kinder angemeldet als Sie aufnehmen können?

Meistens ja, in der Vergangenheit hatten wir immer ellenlange Wartelisten und es hieß: "Beim Tub-Kindergarten bekommst du sowieso keinen Platz". Mittlerweile sind die Kinderzahlen rückläufig und wir können eigentlich alle Kinder aufnehmen, die zu uns möchten.

Besteht die Überlegung neue Plätze zu schaffen?

Zurzeit sind wir dabei, eventuell unter dreijährige aufzunehmen.

 

Text: Chris Bauer

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