25.09.2011: Bequem ohne Kompromisse

Das Angebot der Ausrüster für Trekkingschuhe und Wanderschuhe ist vielfältig. Im Artikel erfahrt ihr, worauf man beim Schuhkauf achten sollte.
Das Angebot der Ausrüster für Trekkingschuhe ist vielfältig und manchmal fällt die Entscheidung schwer. Die Auswahl reicht vom klassischen, schweren Bergstiefel mit dicker Profilsohle bis zum leichten Halbschuh. Wurde man früher noch während einer Tour im Gebirge mit Sportschuhen von den erfahrenen Wanderern belächelt, entwickelt sich heute ein Trend zu den Leichtgewichten und man findet immer mehr Leute, die mit modernen Halbschuhen in die Gebirgswelt vordringen. Natürlich ist die eigene Konstitution, vor allem die Trittsicherheit und das Geländeprofil ein bedeutender Faktor.
Die Kaufentscheidung hängt stark vom Einsatzgebiet, persönlicher Vorlieben und der eigenen Konstitution ab.
Die Sohle
Die Sohlenhärte reicht von weichen Sohlen, bis zu sehr steifen Sohlen, die die natürliche Abrollbewegung des Fußes einschränken. Grundsätzlich gilt, dass auf schwierigem Gelände mit viel Geröll ein Schuh mit möglichst steifer Sohle getragen werden soll. Dieser bietet zum einen mehr Stabilität für die Trittsicherheit, zum anderen gewährleistet er längere Gehzeiten, ohne dass der Fuß zu schnell ermüdet. Der unebene Untergrund wird durch die steife Sohle gleichmäßig auf den Fuß verteilt und dieser muss nicht jede minimale Abweichung ausgleichen. In der Regel haben stabile, hohe Bergschuhe solch eine Sohle und sind natürlich entsprechend schwer. Dies ist ein erheblicher Nachteil, wenn man auf normales Terrain wechselt. Hier bietet eher ein leichter Halbschuh hervorragende Dienste und wird meist auch als bequemer empfunden. Diese Art von Schuhen erhöhen bei schwierigem Gelände allerdings das Risiko einer Verletzung durch umknicken, wenn man nicht über eine sehr gute Trittsicherheit und eine entsprechende Konstitution verfügt. Das Risiko potenziert sich, wenn man zusätzlich einen Rucksack trägt.
Die Auswahl des Schuhs ist also immer ein Kompromiss zwischen Komfort und Sicherheit. Man sollte sich vorab darüber klar sein, welcher Geländetyp hauptsächlich begangen wird. Notfalls greift man lieber zu einem stabileren Schuh und geht diesen Kompromiss ein.
Bequemlichkeit ist vorrangig
Keinerlei Kompromisse darf man in puncto Bequemlichkeit eingehen. Ein Wanderschuh muss immer ausreichend Platz und Komfort für den Fuß bieten, auch wenn man zusätzlich dickere Trekkingsocken trägt und berücksichtigt, dass sich der Fuß beim Wandern ausdehnt. Der Fuß ist beim Wandern hohen Belastungen ausgesetzt, gerade wenn man mit zusätzlichem Gewicht beladen ist. Bequeme Wanderschuhe dürfen von Anfang an nicht scheuern und drücken und müssen dem Fuß einen gewissen Bewegungsspielraum einräumen und ihn nicht einzwängen. Wenn man den Schuh fest zuschnürt, muss auf der anderen Seite jedoch auch die nötige Stabilität gewährleistet werden. Besonders wichtig ist dies bei Bergabpassagen. Rutscht der Fuß hier allzu sehr, besteht die Gefahr von Blasenbildung. Bei vielen Ausrüstern findet man mittlerweile einen kleinen Parcours auf dem man die Schuhe in unterschiedlichen Situationen testen kann. Hier bekommt man einen Eindruck, wie rutschfest und hart die Sohle ist und wie stabil der Fuß beim Bergabgehen im Schuh liegt.
Wasserdicht kontra atmungsaktiv
Outdoor Schuhe sind oftmals mit einer Gore-Tex Membran ausgerüstet, was gewährleistet, dass kein Wasser zum Fuß vordringt. Selbst kleinere Flussdurchquerungen sind mit diesen Schuhen möglich, ohne dass man nasse Füße bekommt. Allerdings bewirkt die Membran auch, dass der Fuß während Belastung mehr schwitzt und somit feucht wird. Wer also ohnehin Regentage meist meidet, nicht viel im Winter unterwegs ist und sich meist auf normalen Wegen bewegt, sollte sich fragen, ob eine Gore-Tex Membran wirklich notwendig ist. Ein gut gepflegter, imprägnierter Lederschuh erfüllt meist, wenn auch nur für kürzere Zeit, die gleichen Anforderungen, ohne dass die Atmungsaktivität eingeschränkt wird.