15.12.2010: Sportartvorstellung

Bis zu neun-Meter-Sprünge, artistische Kunststücke, waghalsige Kombinationen, perfekte Körperbeherrschung – Trampolinturnen ist eine überaus ästhetische und eine überaus wenig beachtete Sportart. Eine kurze Sportartvorstellung.
Der Ursprung des Trampolinturnens liegt in den USA. George Nissen und Larry Grisworld entwickelten dem deutschen Turnerbund zufolge 1928 das erste Gerät zur Ausführung von Sprüngen. Zu dieser zeit diente es allerdings hauptsächlich Trainingszwecken und der Unterhaltung. So brachte es Nissen mit seiner Artistengruppe „Leonardos“ durch Aufführungen auf dem Trampolin in den USA und Mexiko zu einiger Bekanntheit. Aber auch Kinder fanden schnell Gefallen an dem Sprungverstärker.
Zu einer wirklichen Sportart wurde das Trampolinturnen jedoch erst mit dem ersten Wettkampf 1947 in Dallas. Nach Europa kam das Sportgerät schließlich 1955. Vier Jahre später erkannte der Internationale Turnerbund Trampolinturnen als selbständige Sportdisziplin an. Seit 1964 werden regelmäßig Weltmeisterschaften ausgeführt. Zunächst jedes Jahr, später dann im jährlichen Wechsel mit den Europameisterschaften alle zwei Jahre. Dennoch dauerte es bis 1997, ehe das Internationale Olympische Komitee die Einzelkonkurrenzen ins olympische Programm für Sydney 2000 aufnahm.
In Deutschland wurde der erste Wettkampf 1959 zwischen Studenten der Uni Freiburg und der Deutschen Sporthochschule Köln ausgetragen. Seit 1960 finden alljährlich Deutsche Einzel-und Mannschaftsmeisterschaften statt, 1964 folgten Synchronwettkämpfe.
Die geturnten und gesprungenen Elemente haben sich im Laufe der Zeit sehr verändert. mit der Entwicklung der Sportart ist vor allem der Schwierigkeitsgrad enorm gestiegen. Gleichzeitig haben sich die Anforderungen in Pflicht und Kür angepasst. So waren beispielsweise die heutzutage üblichen Dreifachsalti und mehrfach kombinierte Sprünge früher nicht üblich.
Der Einzelwettkampf besteht aus Pflicht und Kür. Im Finale erfolgt eine weitere Kür. Die Übungen bestehen jeweils aus zehn verschiedenen Sprüngen. Im anspruchsvollen Synchronturnen zählen sowohl die Technik als auch das gemeinsame Timing, denn das Paar absolviert seine Übung im gleichen Rhythmus mit der gleichen Blickrichtung.
Text: Kevin Ritter