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28.03.2007: Jahreshauptversammlung TV Bocholt

Fusion mit Phönix Bocholt?

Das Vereinsheim des TV Bocholt platzte fast aus allen Nähten und auch Benedikt Püttmann, Leiter des Fachbereichs Jugend, Familie und Sport wunderte sich:

"So eine gut besuchte Jahreshauptversammlung habe ich ja noch nie gesehen," so Püttmann. Und so war es auch . Über 80 Mitglieder wollten vom Vorsitzenden Jürgen Meiermann hören, wie es mit dem Traditionsverein (v. 1867) in den nächsten Jahren weitergeht.

Nach der Begrüßung und einer Schweigeminute standen aber zunächst die Ehrungen auf dem Programm. Von den 25 zu Ehrenden waren vierzehn gekommen, darunter auch gleich sechs TV'ler, die bereits seit 60 Jahren dem Verein die Treue halten. Ria Bongert und Hans Mersch, die beide bereits seit 70 Jahren zum TV gehören, konnten aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto stellte Meiermann die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest und trug den Bericht des geschäftsführenden Vorstandes vor. 1.810 Mitglieder, darunter über 50 % unter 26 Jahre, ein ausgeglichener Haushalt, keine Beitragserhöhung, alles Fakten, die die Versammlung mit Applaus bedachte. "Mit unserem Breitensportprogramm stellen wir uns als Verein für die gesamte Familie dar", so Jürgen Meiermann. Gespannt lauschten die Anwesenden dann den Ausführungen Meiermanns zur weiteren Entwicklung des Vereins. "Wir sehen weitere Gemeinsamkeiten mit dem TV Phönix und wollen die Vernetzung beider Vereine vorantreiben," brachte es Meiermann auf den Punkt, "der Zusammenschluss in der Handballabteilung zur HSV Bocholt wurde durchgeführt und man kann guten Gewissens sagen, dass dieser Schritt genau der Richtige war". Meiermann wies im weiteren darauf hin, dass er in der Vergangenheit bereits deutlich gemacht habe, dass der TV aufgrund der zur Verfügung stehenden Kapazitäten an seine Grenzen angelangt sei, "auch mit noch so guter Unterstützung der Stadt Bocholt kann das Hallenangebot nicht mehr wesentlich ausgeweitet werden, beim TV Phönix sieht es ähnlich aus". Für das Ziel der Gemeinsamkeit beider Vereine gibt es nur einen Nenner: "Bei einem Zusammenschluss, sowohl räumlich als auch vereinsmäßig," so Meiermann, "ist das vordergründige Ziel eine eigene Halle, in der die Sportarten beider Vereine angeboten werden können". Die Gespräche beider Vereine würden auf Augenhöhe geführt und deshalb habe man im Vorfeld beschlossen, die beiden JHV auch zeitgleich stattfinden zu lassen. Im Januar habe es mit beiden Vereinen bereits ein erstes Gespräch bei der Stadt Bocholt gegeben, bei dem die Vereinsvertreter über die Möglichkeiten der zukünftigen Sportplanung unterrichtet wurden, die im Zusammenhang mit der Nordringplanung zu sehen sind. Die Stadt habe vorgesehen, eine gemeinsame Platzanlage beider Vereine am Sportbereich Hünting zum Hemdener Weg, Alfstraße stadteinwärts angrenzend an die Planung DJK TuS Stenern "anzudocken". In einem gemeinsamen Papier der geschäftsführenden Vorstände beider Vereine habe man die Stadt Ende Februar über eine zukunftsorientierte Ausrichtung unterrichtet. "Wesentlicher Inhalt dieses Schreibens ist der Hinweis auf die Ausweitung der Zusammenarbeit/Kooperation beider Vereine," so Meiermann, "die auch zu einer Fusion führen könnte und irgendwann auch sollte". Die Vereine sehen bei einer erforderlichen Verlagerung des TV Phönix grundsätzlich das vorhandene Areal des TV Bocholt als ausreichend für beide Vereine an, um das "Out-Door-Angebot" des zukünftigen Gesamtvereins sicherzustellen. "Als wesentliche Voraussetzung wurde auch in diesem Schreiben die erforderliche eigenen Sporthalle angrenzend an unsere Sportanlage aufgeführt," machte Meiermann deutlich, wie wichtig die Halle für beide Vereine ist, "beide Vereine haben nahezu gleichgelagerte Sportarten unser Ziel ist die eigene Halle und evtl. je nach Planung der Nordumgehung, die Erweiterung der Tennisanlage". Eine Verlagerung der gesamten Sportstätte zum Hünting halten beide Vereine für nicht sinnvoll, "die Fläche am Hünting ist kleiner als unsere jetzige Fläche und dann sollen zwei Vereine auf einer kleineren Fläche untergebracht werden, das ist nicht akzeptabel", so Meiermann weiter, "dort würde dann auch die erforderliche Halle fehlen". Stadtbaurat Paßlick habe in einem zwischenzeitlichen Schreiben auf die Anregungen beider Vereine geantwortet. Der "hilfreiche Beitrag beider Vereine diene der Stadtplanung nunmehr dazu, sich mit Alternativen planerisch auseinander setzen zu können, deren Auswirkungen sich z.T. erst sehr langfristig zeigen werden," zitierte Meiermann aus dem Schreiben Paßlicks. Ein weiteres Gespräche beider Vereine mit der Stadt soll im Mai stattfinden. Abschließend wies Meiermann darauf hin, dass für beide Vereine keinerlei Zeitdruck bestehe, "allerdings halten wir einen Abschluss dieser richtungsweisenden sportpolitischen Ausrichtung innerhalb der nächsten zwei Jahre für erforderlich", so Meiermann. In der anschließenden Diskussion wies Rainer Scheibner, stv. Vorsitzender des TV Bocholt, darauf hin, dass der TV Bocholt das Sportangebot erweitern müsse, um den Anforderungen der Senioren sowie der Frauen und Mütter mit ihren Kindern, die in Zukunft auch an den TV gestellt würden, gerecht werden zu können, "dafür brauchen wir aber auch Hallenzeiten in den Morgenstunden, und die bekommen wir nur durch eine eigenen Halle," so Scheibner. Die Versammlung zeigte sich in der Sache einig und auch der ehemalige Vorsitzende Adi Schneeweiß brachte es auf den Punkt: "Beide Vereine sollten gemeinsam standhaft bleiben und sich nicht auslagern lassen, die Entwicklung hier am Standort ist für alle die bessere Alternative".  Einstimmig erfolgten die vorgesehenen Wahlen. Rainer Scheibner wurde als stv. Vorsitzender ebenso wiedergewählt wie Rita Köcher als Jugendwartin. Stefan Bongert ist neuer Kassenprüfer und Marcel Uebbing als stv. Vorsitzender neues Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes.                       

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Robert und Maria Bischof, Andreas Borchers, Iris Brauckhoff, Heinz und Helga Brüning, Christian Ehlting, Christa Hübers, Marlies Pasedag, Ursel Rösing, Marinus Spiering, Ulrike Terodde sowie Günter und Marianne Timm geehrt. 40 Jahre im Verein sind Thomas und Bernhard Sturm. Auf 50 Jahre brachte es Klemens Ahold. Für 60 Jahre Mitgliedschaft ehrte Meiermann Herbert Bongert, Herbert und Liesel Iding, Hilde Remmler, Walter Schneider und Ina Schröer. 70 Jahre im Verein sind Ria Bongert und Hans Mersch.

Text und Bilder: Bruno Wansing, www.bocholt.de

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