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15.12.2010: Golfen für Neulinge und Interessierte (Teil 4)

Karierte Hosen sind OUT!

Im vorigen Teil des Interviews sprachen wir über die Faszination und Gesundheit im Golfen. Jetzt wollen wir aber mit dem Spielen beginnen. Auch hierfür stand uns wieder Bernd Gerland zum Interview zur verfügung.

 

Herr Gerland, wir wissen jetzt schon, dass Golf sehr gesund für Körper und Geist ist. Kann ich denn einfach so auf einen Golfplatz spielen gehen?

Nein, denn es gibt die DGV-Platzreife bei der rund 90% der Golfclubs mitmachen und bei der ein praktischer und ein theoretische Teil absolviert werden muss. Sozusagen der Führerschein zum Golfspielen. Diese ist nötig um auf einem Golfplatz in Deutschland spielen zu dürfen. Ohne gibt es keinen Club in Deutschland der einen die 18-Loch spielen lässt. Es gibt auch noch Golfplätze die zusätzlich ein bestimmtes Handicap (Spielstärke) fordern. Man sollte sich daher über die aktuellen Bedingungen erkundigen. Eine alternative bieten Kurzplätze bei denen Einsteiger ohne Platzerlaubnis spielen dürfen. Einen Eintritt (Greenfee) muss man natürlich auch noch zahlen. Wobei zum Spielen eine Mitgliedschaft nicht immer notwenig ist.

 

Man kann also nicht ohne eine Platzerlaubnis einfach auf einem Golfplatz spielen gehen. Wozu ist denn eine Platzerlaubnis gut?

Die DGV-Platzreife ist eine Vereinheitlichung der Platzreife. Damit kann man auf den Anlagen spielen die diese als Vorraussetzung zum Spielen haben. Und anders als bei anderen Sportarten gibt es dem Golfplatz Sicherheitsvorkehrungen. Denn ein Golfball ist gefährlich und kann schwere Schäden beim Menschen verursachen, anders als eine Fußball oder Volleyball. Man muss sich mit den Sicherheitsregeln, wie den Warnruf auskennen. Dazu kommt noch die Schonung des Golfplatzes um kein Trümmerfeld zu hinterlassen. Der Spielfluss ist auch ein wichtiges Element, der die Rücksicht auf andere Spieler und deren Spiel gewährleistet. Das ist wie im Straßenverkehr. Ohne eine Ordnung bricht da auch das Chaos aus.

 

Wie komme ich denn an die Platzreife und was für ein Kurs empfiehlt sich besonders für einen Einsteiger?

Am Anfang empfiehlt sich sicherlich ein Schnupperkurs zum Testen. Diese Kurse dauern meist zwischen 50 Minuten und zwei Stunden. Die Teilnehmer können sich nach dem Schnupperkurs dann entscheiden, ob sie den Weg zur Platzreife weitergehen. Für die Platzreife empfiehlt sich einmal die Woche ein betreutes Training über etwa 80 Minuten, um voll konzentriert bleiben zu können. Wenn man dann angelernt ist kann man zusätzlich einmal die Woche noch selber Trainieren gehen. Nach etwa 3-4 Monaten sollte man für die Platzreifeprüfung sehr gut vorbereitet sein. Manche sind aber auch schon nach 2 Monaten bereits dazu in der Lage.

 

Worauf sollten denn Einsteiger bei einem Kurs achten?

Bei einem Schnupperkurs ist die Teilnehmer zahl nicht so ausschlaggebend. Aber bei einem Einsteigerkurs über beispielsweise zehn Wochen, sollte im Kurs die Teilnehmerzahl von 5-6 Personen nicht überschritten werden, da sonst der Lerneffekt durch die fehlende Aufsicht zu gering ist. Wichtig ist dazu noch, dass ein Kurs von einem geschultem Personal gehalten wird. Im Normalfall ist das der ausgebildete PGA Golfprofessional. PGA (Professional Golfers Association) ist eine Art Gütekriterium in der alle Golflehrer weltweit organisiert sind. Dort gibt es Unterorganisationen wie die PGA of Germany, bei der man hohe Kriterien als Golflehrer erfüllen muss. Unter anderem die stetige Weiterbildung und Seminare im Lehrbereich, um immer auf dem neusten Erkenntnisstand zu unterrichten. Da der Beruf des Golflehrers nicht geschützt ist, ist eine PGA-Ausbildung schon eine gute Gewährleistung für qualifizierten Unterricht.

 

Jetzt habe ich meine Platzerlaubnis in der Hand. Dazu muss ich noch die Etikette beachten. Eine eigene Etikette klingt ja sehr Nobel, was beinhaltet denn so eine Etikette? Verfolgt die Etikette auch einen sportlichen Hintergrund?

Grundsätzlich sehe ich die Etikette als Insider oft missverstanden. Man hört Dinge wie karierte Hose, Pullunder oder ähnliches, was natürlich sehr Klischeehaft ist und vor allem out. Das geht total in die falsche Richtung. Die Etikette hat einen praktischen Hintergrund. Sicherheit, Schonung des Golfplatzes, Rücksichtnahme und Spielfluss. Ohne die Etikette würde der Spielfluss zusammenbrechen. Deswegen ist die auch Bestandteil der Platzreifeprüfung. Eine Kleiderordnung hat natürlich traditionelle Hintergründe, auf die manche Clubs viel Wert legen. So ein Kragen und lange Ärmel haben auch einen praktischen Nutzen. Sie schützen im Sommer auch noch nach 4 Stunden vor Sonnenbrand und in einer Stoffhose habe ich eine höhere Bewegungsfreiheit als in einer Röhrenjeans. Oder das Schuhwerk, in Wanderstiefel kann man sich nicht vernünftig beim Spiel bewegen. Daher sollte man aus meiner Sicht die Etikette in einem anderen Licht betrachten und nicht so elitär sehen.

 

Jetzt fehlt uns nur noch eine Ausrüstung und los geht's! Was man da so braucht, bringt euch der letzte Teil des Interviews...

 

Zum ersten Teil des Interviews

Homepage von Bernd Gerland

Zum Autor: Sebastian Schürheck (23) ist Student an der Sporthochschule Köln. Vor kurzem wurde er mit dem Golfvirus infiziert. In einer Serie widmet er sich dem Golfsport für Einsteiger und nimmt dazu die Golfplätze in Köln und Region unter die Lupe.
Bisher erschienen:

Golf für Einsteiger in Köln (1)
Golf für Einsteiger in Köln (2)

Golf auf Rezept

In den nächsten Tagen folgen
Sklaven des Materials
und eine Übersicht zu allen Golfanbietern in Köln

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