15.04.2007: statt Gummitwist

Endlich Pause! Und raus auf den Schulhof! Typische Schulhofspiele eignen sich bestens, um neue Energie zu tanken. Leider sind viele Klassiker in Vergessenheit geraten. Einige scheinen jetzt ein Revival zu erleben.
Viele Kids zücken in der großen Pause statt einem Springseil lieber ihren Gameboy – und sind in der nächsten Stunde unkonzentriert und zappelig. Trendig verpackt, können Eltern ihren Sprösslingen alte Pausenhits jedoch wieder schmackhaft machen. Experten von der Krankenkasse DAK haben sportalis freundlicherweise einige Trends vorgestellt
Aus Seilspringen wird Rope Skipping
Seilspringen fördert Koordination und Ausdauer. Wer in jungen Jahren regelmäßig das Seil schwingt, beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Alter vor. Außerdem können Kinder damit Stress abbauen. Wer glaubt, Seilspringen sei altmodisch, der irrt: Heute gibt es Varianten des Schulhofklassikers, auf die auch kleine Trendsetter wieder Lust haben: „Mit den Begriffen Rope Skipping oder Double Dutch können Sie Eindruck bei Ihren Jüngsten schinden“, erläutert DAK-Sprecherin Nina Waldheim. „Diese trendigen Formen des Seilspringens werden zu mehreren gespielt und entwickeln sich sicher schnell zum Renner auf dem Pausenhof.“ Beim Double Dutch, dem ‚Doppelschlag’, kommt es auf Konzentration und Teamgeist an: Zwei sich gegenüberstehende Schüler schlagen zwei lange Springseile. In der Mitte können ein oder auch mehrere Klassenkameraden ihr Können unter Beweis stellen. Auch mit kürzeren Seilen kann allein, zu zweit oder sogar zu dritt gesprungen werden, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Gummitwist-Revival
Früher vor allem bei Mädchen beliebt, heute fast vergessen: Der Schulhofklassiker Gummitwist erlebt durch neue Gummibänder in vielen leuchtenden Farben ein Revival. „Bei diesem Pausenspiel geht es um Geschicklichkeit, Körperbeherrschung und Rhythmusgefühl“, erklärt DAK Sportwissenschaftler Uwe Dresel. Das Gummiband wird um die Füße von zwei Schülern gespannt und schon kann es losgehen: Nach einem vorher festgelegten Rhythmus werden verschiedene Schrittfolgen gehüpft. Macht der Springer einen Fehler, indem er das Gummiband berührt oder versehentlich einen Sprung auslässt, ist der nächste an der Reihe. Allmählich wird die Sprunghöhe und damit auch der Schwierigkeitsgrad gesteigert.
Handyhüpfen
„Mit Hüpfspielen aus Ihrer Kindheit wie ‚Himmel und Hölle’ oder ‚Schnecke’ kann man Kinder heute nicht mehr locken“, erklärt DAK-Sprecherin Waldheim. „Stattdessen ist ‚Handyhüpfen’ angesagt.“ Bei dieser neuen Hüpfkästchen-Variante werden mit bunter Kreide kombinierte Zahlen- und Buchstabenfelder wie auf der Handytastatur auf den Schulhof gemalt. Dann gilt es, von den Mitschülern gerufene Wörter richtig zu hüpfen. Das sorgt für Abwechslung und hilft nebenbei sogar beim Buchstabieren lernen.
„Die meisten Pausen sind zu kurz für aufwändige Spiele“, erläutert Waldheim. „Schulhofspiele müssen außerdem ohne großen Materialaufwand auskommen. Gerade deshalb wird nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Kreativität der Schüler gefördert.“