15.12.2010: Wer sich bewegt, lebt länger!

Über die Notwendigkeit, sich auch im Alter körperlich zu betätigen und regelmäßig Sport zu treiben, haben auf zwei großen medizinischen Fachtagungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin Experten diskutiert.
Regelmäßige körperliche Aktivität für Menschen über 50 Jahre, so der Präsident der deutschen Sportärzte, Professor Dr. Herbert Löllgen aus Remscheid, habe vielfältige gesundheitliche Vorteile. Wer sich bewege, lebe länger, lebe besser und hat mehr vom Leben. Herzinfarkt, Schlaganfall, aber auch Sturzneigung sind bei körperlich aktiven älteren Menschen deutlich seltener. Herzspezialist Professor Rainer Hambrecht aus der KlinikLinks der Weser in Bremen unterstreicht, dass auch bei Patienten mit Herzschwäche und Durchblutungsstörungen regelmäßiges dosiertes Training die allgemeinen und Herz-Funktionen verbessert. Auch seine Kollegen Professor Martin Halle und Privatdozent Dr. Arno Schmidt-Trucksäß vom Münchener Institut für Sportmedizin bestätigen: Sogar ein geschwächtes Herz kann durch Training wieder besser arbeiten.
Und: Training ist die wichtigste Medizin bei Durchblutungsstörungen der Beine.
Vor dem Sport zum Arzt
Voraussetzung eines Trainings ist aber eine qualifizierte sportärztliche Vorsorgeuntersuchung. Dies betonten alle Redner auf den Tagungen in Mannheim und Wiesbaden. Wer neu oder wieder mit Sport beginnt, vor allem im Alter, hat zu Beginn ein etwas erhöhtes Risiko für Komplikationen, daher ist die Voruntersuchung so wichtig. Hierzu gehören die Befragung, die körperliche Untersuchung im Liegen und im Stehen (Herzgeräusche), das EKG in Ruhe und unter stärkerer Belastung. Wer zwei oder mehr Risikofaktoren aufweist wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Nikotinmissbrauch sollte auf jeden Fall eine Vorsorgeuntersuchung machen lassen.
Hinweise zur Vorsorgeuntersuchung gibt die Homepage der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (www.dgsp.de). Auch der Deutsche Olympische Sportbund hilft weiter: Eine Liste der vom DOSB anerkannten Ärzte im Rahmen der Aktion Sport pro Gesundheit kann dort eingesehen werden. Zudem informieren Sportärztebünde in den Bundesländern mit Adressen qualifizierter Sportärzte.
Der Tipp der Ärzte-Gesellschaft:
Vor allem ist eins wichtig: Ältere Menschen sollten mit Sport langsam anfangen, ihn langsam steigern und sich regelmäßig bewegen - im Haushalt, regelmäßig Treppen steigen, im Garten arbeiten oder auch täglich mindestens 30 Minuten Spazierengehen.
DGSP im Kurzportrait: Die 1912 gegründete Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) ist die zentrale ärztliche Institution auf den Gebieten der Sportmedizin sowie der Gesundheitsförderung und Prävention durch körperliche Aktivität. Neben der Förderung von sport- und präventivmedizinischer Forschung, Lehre sowie Fort- und Weiterbildung setzt die DGSP viele Projekte zur Erhöhung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung um. Sie ist die Vereinigung der 18 Landesverbände für Sportmedizin und mit ihren rund 11 000 Mitgliedern eine der größten wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland.
Text: Jens Hoffmann