14.03.2007: Trainerwechsel beim 1.FC Bocholt

Franz-Josef Tenhagen trat nach der enttäuschenden 0:1 Heimniederlage gegen Union Solingen als Trainer des 1.FC Bocholts zurück. Der ehemalige Nationalspieler übernimmt ab sofort den Posten des Sportdirektors.
Nachfolger auf dem Trainerstuhl wird Werner Wildhagen, der bislang in Oberhausen als Trainer und Spielerbeobachter tätig war. Der 49-jährige soll den Verein nun vor dem Abstieg retten. Er wird die Mannschaft bereits im nächsten Spiel, am 11.3. 2007 in Bergisch Gladbach, betreuen. Der frühere Zweitligaspieler erhält vorerst einen Vertrag bis zum Saisonende, der sich im Falle des Klassenerhalts um ein Jahr verlängert.
Wie er gegenüber der Fußballzeitung Westkick betonte, sei Tenhagen die Entscheidung sehr schwer gefallen, doch er erhoffe sich davon, dass „es einen Ruck in der Mannschaft“ gebe, und die Spieler „sich dem neuen Trainer mit Engagement und Leidenschaft zeigen.“ Genau diese Leidenschaft hatte der 54-jährige zuletzt vermisst und seinen zum Saisonende geplanten Positionswechsel deshalb vorgezogen.
Für den weiteren Saisonverlauf äußerte sich Tenhagen im Interview mit RP-Online optimistisch: „Nach wie vor ist alles drin. Voraussetzung ist, dass alle Spieler endlich begreifen, dass man im Abstiegskampf nur mit Kampf erfolgreich sein kann. Zu viele Akteure glauben noch, dass man nur mit spielerischen Mitteln bestehen kann. Ich hoffe, dass nach meiner Aktion jetzt auch der letzte Spieler wach geworden ist und weiß, was gefordert ist.“
Außerdem begründete der scheidende Trainer die Wahl seines Nachfolgers: „Wildhagens Referenzen sind prima. Er hat bei RW Oberhausen als Trainer der zweiten Mannschaft und im Nachwuchsbereich gute Arbeit geleistet. Ich denke, dass wir die richtige Wahl getroffen haben.“
Wildhagen selbst sieht seine Aufgabe nach dem Besuch des Solingen-Spiels zunächst hauptsächlich darin, dem Team den Ernst der Lage zu vermitteln. Die ersten Trainingseinheiten mit der neuen Mannschaft hat er bereits hinter sich. Des Weiteren freut er sich auf die Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger.
Auf eine fruchtbare Zusammenarbeit hofft auch FC-Präsident Friedel Elting. Die Hauptverantwortung für die momentane sportliche Misere und den daraus resultierenden vorzeitigen Rücktritt sieht er jedoch ganz klar auf Seiten der Spieler. „Alleine ihr seid die Schuldigen. Denn ich weiß sehr wohl, aufgrund meiner engen Kontakte zu Herrn Tenhagen, dass er gerne die Saison bei uns zu Ende gemacht hätte. Mit euch! Ein Mann wie Franz-Jupp Tenhagen, der so viel für den Fußball getan hat, hat so einen Abschied doch verdammt nicht verdient!“ klagte ein emotionaler Elting auf der anschließenden Pressekonferenz an.
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Text: Kevin Ritter